Es gibt keine virtuellen Welten

Liest man das Buch von Kai Schlieter: „Die Herrschaftsformel: Wie Künstliche Intelligenz uns berechnet, steuert und unser Leben verändert“ kann es einem leicht unheimlich werden.

Minutiös zeigt er die schon bestehenden Möglichkeiten künstlicher Intelligenz auf und beschreibt deren Entwicklungsmöglichkeiten.

Seit der Erfindung des Schachcomputers sind Maschinen dazu in der Lage, Entscheidungen oder sogar richtige, dem Menschen überlegene Entscheidungen zu treffen.

Künstliche Intelligenz, so Schlieter, hängt vor allem von drei Faktoren ab:

Lernfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Autonomie.

Genau diese drei Fähigkeiten sind es, die den Menschen über das Tier erheben.

In Zukunft werden es die Fähigkeiten werden, die die Maschine über den Menschen erheben. Schon heute gibt es Computer, die aus unvorstellbar großen und komplexen Datenmengen relevante Informationen herauszufiltern und zur Verfügung stellen.

So gut wie alle Hochtechnologie ist  in der militärischen Forschung entwickelt worden und diente zunächst dem Ziel, den Feind auszuschalten oder noch besser den Gegenspieler zu manipulieren.

Erst in einem zweiten Schritt, der oft erst Jahrzehnte nach der eigentlichen Erfindung einer Technologie erfolgt, wird die neue Technik auch in den Dienst des Menschen gestellt. Das Faxgerät, das Internet und die Drohne, über die mittlerweile auch Amazon laut nachdenkt, sind dafür nur einige Beispiele.

Schlieter meint, dass es schon in wenigen Jahren eine Maschine geben wird, die der Intelligenz eines Menschen ebenbürtig oder sogar überlegen sein wird. Weitere zehn bis fünfzehn Jahre später wird es eine Maschine geben, die der Intelligenz der ganzen Menschheit überlegen sein wird. Und auch das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Auch das selbststeuernde angebliche Googleauto ist in Wirklichkeit eine Erfindung der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), die schon lange Kampfroboter und Killerdrohnen entwickelt.

Immer häufiger hört man davon, dass diese Maschinen nur dann wirklich effektiv sein können, wenn sie in Echtzeit eigene Entscheidungen treffen.

Es geht wie gesagt um die drei Säulen der Intelligenz, die Autonomie, die Anpassungsfähigkeit und die Lernfähigkeit.

Zukünftige – oder schon heutige? – Killerdrohnen entscheiden selbst, wen sie wo, wann und warum töten. Man könnte das auch mit lean management oder flachen Hierarchien bezeichnen.

Der Große Bruder könnte solche autonomen Maschinen genauso kontrollieren und manipulieren, wie er es bereits seit Jahrzehnten mit der intelligenten Lebensform Mensch macht.

Es sei ein Irrtum, so Kai Schlieter, von „virtuellen Welten“ zu sprechen.

Diese Informations- und Entscheidungsuniversen sind so real wie die Radiowellen die uns umgeben oder die Luft, die wir atmen. Mit unseren Smartphones können wir diese reale Welt sichtbar und hörbar machen. Sie sind praktisch die Brillen, mit denen wir diese uns umgebende reale Welt sehen können.

Das bringt mich auf den Gedanken, dass Hegel doch recht hatte, als er meinte, es sei der Geist, der sich in der Wirklichkeit manifestiert und nicht umgekehrt, die Materie, die den Geist steuert.

Die Materie ist beliebig. Es gab schon die unterschiedlichsten Datenträger und Datenverarbeitungsmaschinen. Es war aber in jedem Fall eine Information, die weitergegeben und verarbeitet wurde, sei es biologisch oder technologisch.

Es ist der Geist, der unser Leben bestimmt, nicht die Materie. Heute würden wir sagen, die Information und die Verarbeitung der Information, die Intelligenz.

Sie ist ihrem Wesen nach lernfähig, anpassungsfähig und, was am wichtigsten ist, autonom!

Damit sind wir wieder bei der Unverzichtbarkeit des freien Willens, auf den ich schon häufig hingewiesen habe.

Die Nichtexistenz des freien Willens kann nur der behaupten, der die anderen für dumm verkaufen will, wie zum Beispiel Herr Dawkins.

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